by Mathias Rehberg

Filter in der Landschaftsfotografie

Aufgrund einiger Anfragen habe ich mich entschlossen hier einen kurzen Abriss über die wichtigsten Filter in der Landschaftsfotografie zu geben.

 

In meiner Fototasche finden sich drei verschiedene Filtertypen.

  • Grauverlaufsfilter
  • Graufilter
  • Polfilter

Grundsätzlich gibt es 2 Filterarten. Zum einen gibt es da Schraubfilter. Diese werden in das Frontgewinde eines Objektives eingeschraubt. Zum anderen gibt es Steckfilter. Diese werden in einen Filterhalter geschoben, den man am Objektiv befestigt.

Über die verschiedenen Marken und Hersteller lässt sich streiten. Um keine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen, gebe ich hier keine Tipps zu irgendwelchen Herstellern.

Grauverlaufsfilter

Wer kennt es nicht. Man macht ein Foto, der Himmel und Vordergrund beinhaltet. Was kommt raus? Der Himmel ist einwandfrei abgelichtet, aber auf dem Vordergrund ist nichts mehr zu sehen. Absolut schwarz.
Oder umgekehrt: Der Himmel ist einfach nur noch weiß, der Vordergrund aber korrekt abgelichtet.

Und hier kommen die Graufverlaufsfilter ins Spiel. Diese Filter bilden einen Verlauf ab. Sie sind oben abgedunkelt und werden zur Mitte hin immer heller. Die Filter gibt es mit verschiedene Stufen der Abdunklung.

Grauverlaufsfilter Filter Schottland Landschaftsfotografie
Sinn dahinter ist, dass der (meist) hellere Himmel soweit abgedunkelt wird, dass der Kontrast zwischen Himmel und (meist dunklerem) Vordergrund von der Kamera gehandhabt werden kann.

Es gibt sie als Schraub,- und Steckfilter. Der Nachteil bei den Schraubfiltern ist, dass der Horizont nicht verschoben werden kann, daher kommen sie meistens als Steckfilter zum Einsatz.

Sollte man den Filter einmal vergessen haben, kann man zur Not auch etwas überbelichtete Bilder per Lightroom nachbearbeiten. Wie das geht, könnt ihr hier (Klick) nachlesen. Grundsätzlich kann man einen komplett ausgebrannten Himmel aber nicht mehr per Software retten. Daher empfehle ich, das Bild schon bei der Aufnahme immer einigermaßen korrekt zu belichten.

Aktuell nutze ich die folgenden Filter. Diese sind vergleichsweise günstig und haben eine großartige Qualität und keine für mich wahrnehmbare Farbabweichungen.

 

Hier ein Vergleichsbild mit und ohne Grauverlaufsfilter.

Grauverlaufsfilter-Vergleich-vorher-nachher-Landschaftsfotografie

 

Graufilter

Sind abgedunkelte Filter, die man vorn auf das Objektiv schraubt oder steckt. Diese sind gleichmäßig abedunkelt und lassen nur noch einen Bruchteil des vorhandenen Lichts in das Objektiv einfallen. Graufilter werden eingesetzt um längere Veschlusszeiten zu ermöglichen. Auch hier gibt es die verschiedensten Stärken.

Ich benutze hauptsächlich den Lee Big Stopper. Hier habe ich dazu eine kurze Anleitung geschrieben.

Beispiele:

  • Wasserfall: Das herabstürzende Wasser wird mit Hilfe eines Filters eher verwischt dargestellt. Ohne Filter würde der Wasserfall wie eingefroren wirken und man könnte annähernd jeden einzelnen Tropfen sehen.
  • Wolken: Mit Filter (abhängig von der Verschlusszeit), werden die Wolken verwischt abgebildet.
  • Gewässer: Je länger die Verschlusszeit, desto glatter und ruhiger sieht die Wasseroberfläche aus.

Graufilter Vergleich Lee Big Stopper Langzeitbelichtung Köhlbrandbrücke

 

Polfilter

Polfilter oder auch Polarisationsfilter beeinflussen die Reflexion. Durch Drehung des Filters wird der Grad der Spiegelung beeinflusst. Dies ist physikalisch nicht korrekt beschrieben, zeigt aber die Funktion ganz grob und genügt mir im Alltag vollkommen.

Mittels des Filters können Reflexionen von der Wasseroberfläche verbannen werden, so dass man direkt ins Wasser hineinschauen kann. Weiterhin wird die blaue Farbe des Himmels damit meist besser hervorgehoben.

Polfilter-Vergleich Landschaftsfotografie Schottland

Die meisten meiner Filter habe ich bei Foto Müller in Flensburg gekauft. Die Preise sind fair und das Angebot ist klasse. Meine HiTech Grauverlaufsfilter habe ich allerdings direkt beim Hersteller in UK bezogen.

Damit sollte die eine oder andere Frage zu Filtern beantwortet sein. Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt, könnt ihr diese gern in die Kommentare schreiben.

2 Kommentare

  1. Snakebite
    April 11, 2015    

    Moin,

    was die Polfilter angeht, möchte ich ergänzen, dass man die Reflexionen aller polarisierenden (also nicht-metallischen) Oberflächen verringern, aber auch verstärken kann und des Weiteren mit einem zweiten Polfilter über Kreuz (also um 90° verdreht) eine Abdunklung des Lichts der jeweiligen Lichtrichtung (Polarisationsrichtung) erreichen kann.

    Mit richtiger Dosierung beim Kreuzen der Polfilter kann man auch Blitzlicht auf reflektierenden Flächen (nahezu) neutralisieren. (Polfilter an Kamera wie gewünscht ausrichten und anderen Polfilter vor den Blitz und dagegen verdrehen, bis die gewünschte Neutralisierung erreicht ist).

    Wie du mit dem blauen Himmel angedeutet hast, verbessert der Polfilter auch die Kontraste. Beim Himmel der auf einmal blauer scheint, wird quasi der Dunst neutralisiert, da die Wassermoküle mit gleicher Lichtrichtung in der Luft entsprechend abgeschwächt werden.

    • April 17, 2015    

      Besten Dank für die äußerst wissenswerte Ergänzung! Polfilter kreuzen ist für mich auch neu. Und die Geschichte mit den Wassermolekülen war mir so auch noch nicht bewusst.

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